Walking Safaris, Wandern und Trekking Trails in Tansania und Kenia
Wandern oder Trekking in Afrika? Diese Art der Safari und Naturerfahrung ist noch relativ neu im touristischen Spektrum in Afrika, und deshalb auch noch nicht sehr weit verbreitet und angeboten. In den afrikanischen Parks und Schutzgebieten, in denen eine Zu-Fuss Safari möglich ist, wird gemeinhin eine einfach zu bewältigende Strecke im Buschland zurückgelegt, und das Gepäck meistens parallel dazu per Jeep befördert. Im Vordergrund steht das Naturerlebnis, das ungefilterte Erleben von Flora und Fauna. Die Big Five wird man auf einer Walking Safari eher weniger zu Gesicht bekommen – für die Tiere stellt ein Mensch zu Fuss eine deutlichere Bedrohung dar ein als ein Fahrzeug – deshalb weichen sie einer laufenden Gruppe Homo sapiens rechtzeitig aus.
Tansania:
- Northern Circuit: In den grossen Parks des Nordens wie der Serengeti und Tarangire gibt es noch keine Walking Safaris. Möglich sind Tagestreks allerdings in Verbindung mit der Besteigung des Mount Meru im ausgesprochen malerischen und abwechslungsreichen Arusha Nationalpark. Dort kann man die Hänge des Meru erwandern, über hochgelegene Wiesen geht es bis zu den Montanwäldern am Rande des vierthöchsten Berges Afrikas. Büffel, Antilopen, und mit etwas Glück Paviane und Kolobusaffen sind anzutreffen.
- Im Grenzareal zum Kilimandscharo, einem sehr wildreichen Gebiet (Durchzug vieler Tiere von Amboseli in Kenia in Richtung Serengeti und Tarangire) gibt es vermehrt Anbieter mit eigenen Camps und grosser Erfahrung auf dem Gebiet der Walking Safari.
- Im Ngorongoro Schutzgebiet, zwischen den Vulkanen des Kraterhochlandes, gibt es einige sehr schöne und bewährte Treks. Je nach Jahreszeit, in Verbindung mit der grossen Migration der Gnu- und Zebraherden der Serengeti, kann man hier grossartige Tierbeobachtungen erleben. Die Gruppe wird meist von Massai begleitet, deren Dörfer unmittelbar auf dem Weg liegen. Das Gepäck wird auf einigen Teilstrecken mit Eseln befördert, und der heilige Berg der Massai, der Ol Donyo Lengai, kann ebenfalls erklommen werden.
- Southern Circuit: Im Süden des Landes ist die Auswahl an Möglichkeiten grösser. In den Udzungwa Mountains, einer Bergkette südöstlich von Dar es Salaam, gibt es den bekannten Manihana Trail. Ebenso werden in den beiden riesigen Schutzgebieten Selous Game Reserve und Ruaha National Park walking Safaris von verschiedenen Anbietern durchgeführt. Im sehr abgelegenen Katavi Nationalpark ist es ebenfalls möglich, dieses einzigartige Naturerlebnis zu buchen.
Kenia:
- Mount Kenia: Der Trekking Klassiker in Kenia ist sicherlich die Besteigung des zweithöchsten Berges des Kontinents, des Mount Kenia. Mit 5199m und seinen schroffen Gipfeln stellt er eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Rund um das Bergmassiv sind in den Montanwäldern interessante Treks wie zum Beispiel über die viertägig zu bewältigende Naro Moru Route oder die fünftägige Chogoria Route möglich.
Weitere Parks und Schutzgebiete für Walking Safaris und Trekkingrouten in Kenia sind:
- Tsavo und Shimba Hills: Hier gibt es erst sehr wenige Anbieter, aber immerhin. Die Parks sind tierreich und sehr gut erschlossen. Diese Treks sind interessant auch für Tagesausflüge aus der Mombasa Region.
- Hells Gate National Park: Schöne, bis zu zweitägige Trek sind hier möglich. Der Park liegt unweit von Nairobi und eignet sich zu besuchen, wenn man nur ein paar Tage Zeit hat, und sich nicht zu weit von der Hauptstadt entfernen möchte.
- Ngong Hills: Dieser Trail kann auch ohne Guide und Veranstalter bewältigt werden, und ist sehr leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Nairobi aus zu erreichen.
- Maralal National Reserve/ Loroghi Hills: Durch das Grassland der Ebenen und mit wunderbaren Aussichtspunkten am Rande des afrikanischen Grabenbruchs (Rift Valley)bietet sich hier ein in bis zu fünf Tagen begehbarer Trail an, in einem sehr abgelegenem und einsamen Gebiet
- Mount Elgon: Dieses an der Grenze zu Uganda liegende Kratermassiv bietet mit seinem urwüchsigen Montanwald einige der besten Trekkingerlebnisse des Kontinents. Der höchste Gipfel (4.321m) liegt bereits auf ugandischer Seite, der zweithöchste Gipfel (4.287m) des erloschenen Vulkans auf kenianischer Seite der Grenze. Das Areal bietet einige sehr abwechslungsreiche, mehrtägige Treks an, und ist von Nairobi (400km Entfernung, ca. 6 – 7 Stunden per Bus) recht gut zu erreichen. Es gibt keinerlei Camping Infrastruktur am Berg. Jeder Trekker muss sein gesamtes Equipment mitbringen bzw. von seinem Tour Operator ausleihen.
- Cherangani Hills: Östlich des Mount Elgon gelegenes, einsames und wenig frequentiertes Gebiet mit kaum vorhandener touristischer Infrastruktur. Genau deshalb zu empfehlen!
- Aberdare Range: Im zentralen Hochland, nördlich von Nairobo gelegen, bieten die Aberdare Berge und der gleichnamige National Park einige sehr schöne Trails.
- Loita Hills/Massai Mara: Die östlich des bekanntesten kenianischen Nationalparks gelegenen Loita Hills sind das zentrale Stammesgebiet der Massai. In dieser wildnisreichen Gegend können sie Tierbeobachtung als auch Zusammentreffen mit den Massai auf wunderbare Art und Weise verbinden. Die Anreise von Nairobi dauert fünf bis sechs Stunden, die Massai Mara ist in unmittelbarer Nähe, und eignet sich somit sehr als ideales Gebiet für die Fortführung des Treks als „klassische“ Safari mit dem Fahrzeug. Die Massai Mara ist der auf kenianischem Gebiet gelegene nördliche Ausläufer des Serengeti Ökosystems. Besonders in den Monaten September bis November, wenn die grossen Herden auf ihrer jährlichen Migration in der Mara sind, ist dieses Gebiet eines der fantastischsten Safariareale unseres Planeten.


